Justus Pfeifer (rechts) ging mit einem überraschenden Ergebnis als Sieger der Wahl um den Bürgermeistersessel im Ruhpoldinger Rathaus hervor

„Regierungswechsel“ in Ruhpolding

Ruhpolding

Justus Pfeifer (CSU) mit 66,06 Prozent zum Bürgermeister gewählt

Mit einer Überraschung endete in Ruhpolding die Kommunalwahl 2020. Mit 66,06 Prozent setzte sich als Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU) gegen den Amtsinhaber Claus Pichler (SPD) durch, der 27,88 Prozent erreichte. Auf den Mitbewerber Sepp Hohlweger (Bündnis 90/Die Grünen) entfielen 6,05 Prozent der Stimmen.

Freudig überrascht zeigte sich Justus Pfeifer bei der Verkündigung des Wahlergebnisses. „Ich danke allen für die Unterstützung und bei meinen Mitkandidaten für den fairen Wahlkampf“ war die erste Reaktion des neuen Bürgermeisters. Als parteiübergreifender Bürgermeister wolle er mit allen anderen Fraktionen miteinander das Beste für Ruhpolding machen. In diesem Zusammenhang appellierte er für eine weitere Gemeinsamkeit im Gemeinderat. „Ich habe jede Wahl als sportlichen Wettkampf gesehen, bei dem man auch Niederlagen einstecken kann“, sagte der bisherige Rathauschef. „Das habe ich zu akzeptieren“, meinte er und wünschte seinem Nachfolger alles Gute für seine kommende Amtszeit.

Von 5791 Wahlberechtigten haben 3873 Bürgerinnen und Bürger von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht, analysierte Gemeindewahlleiter Martin Heinemann. 25 Stimmzettel waren ungültig. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 66,88 Prozent. Von den gültigen Stimmen seien auf den Amtsinhaber 1073 und auf den Herausforderer 2542 entfallen, sagte er. Für Hohlweger seien 233 Stimmen abgegeben worden, so Heinemann.

Das vorläufige amtliche Wahlergebnis für den Gemeinderat steht auch fest. Insgesamt wurden 72.696 gültige Stimmen abgegeben. Bei der Wahl entfielen 34.062 Stimmen (46,86 Prozent) auf die CSU, auf die SPD 15.184 (20,89 Prozent), auf die Vereinigung Ruhpoldinger Bürger (VRB) 16.125 (22,18 Prozent) und auf das „Bündnis 90/Die Grünen“ , die zum ersten Mal antraten, 7.325 Stimmen (10,08 Prozent). Damit haben die CSU jetzt zehn, die SPD und die VRB je vier Sitze im Ruhpoldinger Kommunalparlament. Die „Grünen“ werden mit zwei Gemeinderäten vertreten sein.

Mit 4940 Stimmen war Justus Pfeifer auf der CSU-Liste unangefochtener Sieger. Da dieser auch zum Bürgermeister gewählt wurde, werden neben den weiteren sechs wiedergewählten Kandidaten auch vier neue Gemeinderäte für die Christ-Sozialen in das Gremium einziehen, weil Angelika Birmoser nachrücken wird. Die CSU-Fraktion hat damit zwei Plätze mehr. Claus Pichler konnte als Gemeinderatskandidat 2372 Stimmen auf seinem Konto verbuchen und war damit Spitzenreiter der SPD. Mit ihm werden drei bisherige Gemeinderäte vertreten sein, ein Verlust von zwei Mandaten. Die VRB wird mit vier Sitzen, zwei weniger als bisher, in das Kommunalparlament einziehen. Deren Spitzenreiter Hermann Hipf konnte 2544 Stimmen auf sich vereinen. Für das „Bündnis 90/Die Grünen“ werden zwei Gemeinderäte vertreten sein. Hier setzte sich der Bürgermeisterkandidat Sepp Hohlweger mit 1092 Stimmen durch.

Die vorläufige Sitzverteilung mit der Anzahl der Stimmen werden bei den gemeindeamtlichen Bekanntmachungen veröffentlicht. Das endgültige amtliche Wahlergebnis wird am 30. März bekannt gegeben.

hab
Artikel veröffentlicht am 26.03.2020 von Ruhpoldinger Gemeindeanzeiger 12 / 2020