Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Lübbenau

seit Mitte Juni verzeichnen wir einen Paradigmenwechsel beim Umgang mit dem Corona-Virus. Bis auf wenige konkrete Einschränkungen ist nun wieder vieles erlaubt. Die neue Umgangsverordnung enthält kaum noch Verbote, sondern eher Gebote und den deutlichen Appell sich vor allem, und das auch noch für eine ganze Zeit, an die Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen zuhalten. Auch die Maskenpflicht im Einzelhandel, vielen öffentlichen Gebäuden und im Nahverkehr gilt weiterhin. Und an dieser Stelle bitte ich Sie eindringlich, dies auch in die Tat umzusetzen. Leider sieht der Alltag nämlich an verschiedenen Stellen schon anders aus. In Geschäften begegnen einem immer mehr Bürger, die ganz bewusst auf ihren Mund-Nasen-Schutz verzichten und die Leute mehr oder weniger beschimpfen, die sich „trauen“, dieses falsche Verhalten zu kritisieren. Jeder ist hier gefragt, sollte mit gutem Beispiel vorangehen und sich klar an die Vorgaben halten. Den bisherigen Erfolg und vor allem die Hürden, die wir auf uns genommen haben, gilt es nicht leichtsinnig aufs Spiel zu setzen. Die aktuellen Beispiele zeigen, die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei und eine erneute Ausbreitung kann schnell zu neuen Schließungen und Einschränkungen führen. Der Umgang mit dem Virus wird für die Zeit, bis ein Impfstoff oder ein wirksames Medikament gegen Covid-19 gefunden wurde, unsere Handlungen bestimmen. Entscheidend sind beherrschbare Fallzahlen und die Fähigkeit, frühzeitig neue Infektionsketten zu unterbrechen. Deshalb auch hier meine Bitte, werden Sie aufgefordert, ihre Kontaktdaten anzugeben, weigern Sie sich nicht. Es dient immer einer bestmöglichen und schnellen Kontaktnachverfolgung, um im Fall einer neuen Ausbreitung zunächst dezentral handeln zu können.

Wir können uns glücklich schätzen, dass Brandenburg sich bereits Anfang Juni über die Ausgestaltung eines Kommunalen Rettungsschirms für das Land geeinigt hat und den brandenburgischen Städten, Gemeinden und Ämtern damit die notwendige Sicherheit bei ihrer Haushaltsplanung für 2020 und 2021 verschafft. Die Kommunen bleiben so finanziell handlungsfähig und trotz der massiven Steuereinbrüche können geplante Investitionen größtenteils abgesichert und fortgeführt werden. Und wie Sie wissen und es vielleicht auch täglich auf ihrem Weg zur Arbeit und nach Hause bemerken, gibt es in unserer Stadt so einige Bauvorhaben und aktuelle Baustellen.

Vor allem eine Baustelle sorgt gegenwärtig für einigen Unmut bei den Bürgern und Gästen, den ich teilweise auch nachvollziehen kann. Meine Rede ist von dem Problem als Linksabbieger von der Kraftwerkstraße kommend in die Altstadt zu gelangen. Die ohnehin schon schwierige Situation mit den beiden nebeneinanderliegenden Bahnübergängen wird derzeit noch verstärkt, weil der Bahnübergang aus Richtung Lübben (Spreewald) kommend (Berliner Straße) aufgrund von Baumaßnahmen des WAC gesperrt ist. Die Zuständigkeit der beiden betroffenen Bahnübergänge ist ebenfalls kompliziert, da eine Landesstraße, eine Kreisstraße und die Bahnübergänge selbst in Verantwortung der Bahn stehen. Tatsache ist, dass aufgrund der „außergewöhnlichen“ Situation beziehungsweise Konfiguration mit Blick auf die Verkehrssicherheit die Bahnübergänge bereits mit zusätzlichen Ampeln ausgestattet wurden. Diese Lösung trägt allerdings nicht dazu bei, dass die Verkehrsteilnehmer wie bei einer ampelgeregelten Kreuzung eine gleichberechtigte Chance zum Überqueren haben.

Die Kinder haben das Schuljahr nun endlich geschafft und der Ferienbeginn in der vergangenen Woche sowie die derzeitigen Temperaturen weisen darauf hin, es ist Urlaubszeit. Und auch wenn der Urlaub für den einen oder anderen in diesem Jahr nicht so wie geplant verlaufen wird, machen Sie das Beste daraus. Auch in unserer Region und ganz Deutschland gibt es zahlreiche Ecken, die es zu entdecken lohnt. Versuchen Sie Ihren Kindern und Enkeln eine angenehme Zeit zu bescheren, denn auch für sie waren die vergangenen Wochen sehr anspruchsvoll und alles andere als gewöhnlich. Ich wünsche Ihnen allen eine schöne und doch entspannte Sommerzeit. Haben Sie bei all Ihren Vorhaben stets die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen im Hinterkopf und dass die Hotels und Beherbergungsbetriebe, die Gaststätten und Cafés, die Freizeiteinrichtungen sowie alle sonstigen Unternehmen und Betriebe sich auch nur an die Vorschriften halten und das Beste aus der aktuellen Situation machen. Bleiben Sie gesund und kommen Sie gut durch den Juli.

Ihr Bürgermeister

Helmut Wenzel

Artikel veröffentlicht am 30.06.2020 von Lübbenauer Stadtnachrichten | Amtsblatt für die Stadt Lübbenau/Spreewald 7 / 2020