Unglaublich: Sogar eine alte Auspuffanlage wurde in freier Wildbahn gefunden.
Auf den Wegen und in den Wiesen wurde der Müll eingesammelt.

Jäger startet große Müllsammelaktion in Remplin

Malchin

Den Kampf kann er nicht gewinnen. Das weiß er auch. Aber den Kopf einfach in den Sand stecken und die Umstände so hinzunehmen, wie sie sind, das ist seine Sache nicht. Henry Berg ist leidenschaftlicher Jäger. Immer wenn es die knapp bemessene freie Zeit erlaubt, streift er durch die Wälder und Wiesen rund um Remplin. Der Blick des Jägers, der ist natürlich darauf ausgerichtet Wild zu entdecken, zu beobachten und natürlich - wenn es geboten ist - auch zu jagen. Bei seinen Streifzügen durch die heimatliche Natur macht Henry Berg allerdings auch immer wieder Entdeckungen, auf die er gut und gerne verzichten kann. Es sind Entdeckungen, die ihn traurig machen und wütend zu gleich. „Mit welchem Frevel sich Leute mittlerweile ihres Mülls mitten in der Landschaft entledigen, das ist einfach unglaublich“, ist der Rempliner erbost. Obwohl die Abfallentsorgung in Deutschland alles andere als schlecht organisiert sei, würde so mancher Mitbürger nicht davor zurück schrecken, seinen Müll immer wieder in Größenordnungen mitten in der Landschaft zu entsorgen. Weil er nicht nur Jäger, sondern vor allem auch Naturfreund ist, hat Henry Berg zusammen mit dem Hegering Gülitzer Heide vor wenigen Tagen eine große Müllsammelaktion in Remplin gestartet. Binnen kürzester Zeit hatten knapp zwanzig Leute aus dem Dorf ihre Hilfe zugesagt. Was die so alles am Wegrand, in Straßengräben und in den Wiesen zwischen Remplin und Wendischhagen aufsammelten, das füllte unzählige Säcke und Autoanhänger. Unmengen von Schnapsflaschen, Linoleum, Farbeimer, Tüten voller Hausmüll, Ölflaschen, ja, sogar eine ganze Auspuffanlage fanden die Rempliner Müllsammler. „Dieser Frevel ist nicht zu fassen. Schlimm genug, was die Leute der Natur antun. Wenn man dazu noch bedenkt, wenn Tiere mit Farben oder ähnlichem in Kontakt kommen, dann macht einen das schon sehr wütend“, sagt Henry Berg. Er ist sich ziemlich sicher, dass es gar nicht allzu lange dauern wird, bis sich nach der Sammelaktion wieder jede Menge Unrat in seinem Jagdrevier angesammelt hat. Aber sich einfach damit abfinden und den Dingen ihren Lauf zu lassen, das kann er nicht. Sehr dankbar ist er allen, die vor einigen Tagen mit angepackt haben. „Und wenn ich diese Leute irgendwann wieder brauche, dann weiß ich, sie werden wieder bereit stehen“, sagt Henry Berg und weiß schon heute, dass er ihre Hilfe in absehbarer Zeit wieder in Anspruch nehmen muss.

Th. Koch

Artikel veröffentlicht am 14.02.2020 von Malchiner Generalanzeiger 3 / 2020