Das ehemalige Altersheim neben unserer Schule
Das neue Schulgebäude, die Hans - Fallada - Schule in Feldberg

Eine schöne Schulzeit - Wer kann das schon sagen?

Feldberger Seenlandschaft Feldberg

Kaum war ich 1968 aus der Schule und hatte in Feldberg meine Lehre als Elektriker begonnen, kam die Erinnerung zurück an diese Zeit.

Da war Herr Rosengarten, als ich fünf Jahre alt war. Ich habe ihn später einige Male auf dem Friedhof gesehen, er war Stadtarbeiter. Da war die Einschulung mit meiner ersten Klassenlehrerin Frau Seiffert, Mutter Schmiegel, die langjährige Hausmeisterin, meine Mutter, die Chefin in der Schulküche und viele weitere Personen, an die ich mich gern oder nicht so gern erinnere.

Und da war das Altersheim in der Baracke neben der Schule. Einst gebaut als Gerichtsgebäude mit dazugehörigem Knast, bevor das neue Gerichtsgebäude auf dem Amtswerder entstand. Die Tür vom Knast ist jetzt eingebaut im Keller des Drostenhauses. Auf ihr steht ein wunderbares Gedicht.

Aus dem Altersheim stammend, stand oft, als ich noch nicht eingeschult war, ein Opa am Eingang zum Gelände und gab mir jeden Morgen ein Malzbonbon. Draußen gab es einen sechseckigen Pavillon, in dem sich die „Älteren“ oft versammelten. In der Mitte war ein runder Tisch. Wie lange das Altersheim in der Baracke Bestand hatte, weiß ich heute auch nicht mehr. Später, als das Altersheim in die ehemalige Wasserheilanstalt umgezogen war, wurden ihre Zimmer zu Lehrerwohnungen umgebaut.

Doch das Leben ging weiter.1975 wurde ein neues Schulgebäude gebaut - die Hans - Fallada - Schule Feldberg. Sie war damals nach den neuesten Erkenntnissen erbaut. Bereits nach 25 Jahren wurde die Schule 1991 saniert. 1973 begann ich in Berlin ein Hochschulstudium, nachdem ich 1972 in den Karneval Klub eintrat. Dann habe ich noch zwei Jahre durchgehalten und bin freitags mit oder ohne Genehmigung abgehauen, um rechtzeitig zur Abendveranstaltung des FKK vor Ort zu sein. Aber mit der Verlegung von dem Fach Mathematik auf einen Sonnabendvormittag, war dies einfach nicht mehr möglich.

Mein Kollege im Elferrat des FKK, Albert P., erzählte mir später einmal folgende Geschichte:

Georg Thurau war noch Bürgermeister, als es Tradition wurde, nach der Schlüsselübergabe am 11.11. des Jahres, Schnittchen, Schnaps und Bier in seinem Zimmer zu genießen. Sie waren alle schon fröhlich und etwas angetütert, da sagte Georg auf einmal: „Psst! Da hört einer mit.“ Und in die ungläubigen Gesichter des Elferrates blickend, öffnete er seine Schreibtischtür und zeigte uns eine Urne. In dieser war die Asche von Hans Fallada. Tom Crepon hatte sie mit seinem klapprigen Trabant vom ehemaligen, jetzt entweihten, Friedhof in Berlin nach Feldberg gebracht. Das Problem war nur, dass die Gedenkstätte auf dem Friedhof in Carwitz noch nicht fertig war. Also musste Fallada bis zur Fertigstellung noch im Schreibtisch warten. Nach einer Kunstpause und der entsprechenden Erklärung von Georg Thuraus, hat der Elferrat natürlich schallend gelacht - Hans Fallada hatte sowieso alle Zeit der Welt!

Jürgen Becker

Artikel veröffentlicht am 24.01.2020 von Kiek Rin 1 / 2020