UFZ-WissenschaftlerInnen und Studierende, die die Befragung durchgeführt haben. Foto: André Künzelmann/UFZ)

Befragung der Bewohner von Bischofswerda erfolgreich abgeschlossen

Bischofswerda

UFZ-Forscher bedanken sich für große Unterstützung

In den letzten Wochen haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) aus Leipzig in Bischofswerda eine Haushaltsbefragung durchgeführt. Die Studie geht der Frage nach, ob und wenn ja, welche klimatischen Veränderungen zu spüren sind und wie die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt und ihren Ortsteilen damit umgehen. Die Forschenden sind auf großes Interesse gestoßen und haben breite Unterstützung erfahren.

In den letzten acht Wochen war ein Team von 15 UFZ-Wissenschaftlern und Studenten in ganz Sachsen unterwegs. Ihr Ziel war eine Bestandsaufnahme: Wie bedroht fühlen sich Menschen von Hochwasser, Starkregen, Stürmen und Hitze? Sind sie der Meinung, dass solche Ereignisse in Zukunft infolge des menschgemachten Klimawandels gehäuft auftreten? Wie kann sich der Einzelne vor den Folgen solcher Ereignisse schützen? Und wer ist eigentlich für Vorsorge verantwortlich? Dies sind einige der Fragen, denen die Studie nachgeht.

Die Befragung wurde in insgesamt 11 Städten und Kommunen in Sachsen durchgeführt. Alle wurden zufällig per Los ausgesucht. Die Co-Studienleiterin Dr. Daniela Siedschlag: „Unser Ziel war es, einen möglichst kompletten und repräsentativen Überblick zu erhalten. Dafür ist es wichtig, dass die Orte, in denen wir die Befragung durchgeführt haben, zufällig ausgewählt werden. Damit wollen wir eine Verzerrung der Ergebnisse vermeiden“.

Insgesamt haben die Wissenschaftler 250 Fragebögen in Bischofswerda verteilt. Jeder Bogen wurde persönlich übergeben und nach einer Woche abgeholt. Dabei haben die Forscher großes Interesse und viel Unterstützung erfahren. Studienleiter Prof. Christian Kuhlicke: „Die Menschen in Bischofswerda haben uns freundlich empfangen. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken. Wir sind auf großes Interesse gestoßen und haben viele positive Rückmeldungen erhalten. Ein schöner Effekt ist auch, dass wir nun einen guten Überblick zur Hochwasser- und Starkregensituation in Bischofswerda haben. Auch über die zurückliegenden Stürme und Hitzesommer haben wir erste Informationen seitens der Bürgerinnen und Bürger erhalten“.

Die Befragungsmethode ist zwar aufwendig, hat aber Vorteile. Das zeigt sich auch in der Anzahl der Fragebögen, die das Team zurückerhalten hat. Mit 145 Fragebögen haben die Forscher eine Rücklaufquote von 58 Prozent. Dabei sind noch nicht die Fragebögen berücksichtigt, die die Haushalte per Post ans Forscherteam zurücksenden. Diese Rücklaufquote ist ungewöhnlich hoch. So haben andere Befragungsmethoden einen deutlich geringen Rücklauf. Bei einer postalischen Befragung geht man beispielsweise davon aus, dass höchstens 20 Prozent der Fragebögen zurückgeschickt werden.

Die Fragebögen werden nun ausgewertet. Mit ersten Ergebnissen ist im Herbst zu rechnen. Daniela Siedschlag: „Sobald wir die ersten belastbaren Ergebnisse vorliegen haben, werden wir die Ergebnisse in Bischofswerda der breiten Öffentlichkeit vorstellen“.

Ansprechpartner:

Prof. Christian Kuhlicke

UFZ-Department Stadt- und Umweltsoziologie

christian.kuhlicke@ufz.de

Dr. Daniela Siedschlag

UFZ-Department Stadt- und Umweltsoziologie

daniela.siedschlag@ufz.de

Artikel veröffentlicht am 01.08.2020 von Mitteilungsblatt Bischofswerda - Ihre Heimat- und Bürgerzeitung 29 / 2020