Lehrvorführung an der Berufsschule: die Fleischer-Azubis zeigten den angehenden Köchen, wie eine Schweinekeule fachgerecht geschnitten und zerlegt wird.

Angehende Köche schauen

Malchin

Fleischer-Azubis bei der Arbeit zu

Ein Ausbildungsberuf lernt vom anderen. Nach diesem Prinzip handelt man an der Malchiner Berufsschule. Die Malchiner Fleischer-Azubis hatten vor wenigen Tagen die Koch-Lehrlinge aus dem Warener Haupthaus zu Gast.

Malchin. Ein wenig schaute es so aus, als würden sie sich auf mittelalterliche Ritterspiele vorbereiten. Ein schweres Kettenhemd wurde angelegt, ebenso Kettenhandschuhe, wie es sie ganz gewiss nicht im herkömmlichen Handel zu kaufen gibt. Nein, mit Lanze und Speer gehen die Fleischer-Azubis der Malchiner Berufsschule nicht um bei ihrer Ausbildung. Dafür aber mit ziemlich scharfen Messern. Und da gebietet es der Arbeitsschutz, dass man für den Fall der Fall buchstäblich gerüstet ist. Denn schnell rutscht man auch mal ab mit so einem scharfen Werkzeug und kann sich dabei schon ziemlich schmerzhafte Verletzungen zuziehen. Für die angehenden Fleischer ist das Anlegen der Arbeitskleidung längst ein zur Gewohnheit gewordenes Ritual. Anders schaute es da schon bei den Koch-Lehrlingen aus, die ihren Azubi-Kollegen vor wenigen Tagen bei der Arbeit über die Schulter schauten. Seit einigen Jahren ist es Tradition an der Berufsschule, dass dieser Austausch zwischen verschiedenen Ausbildungsberufen stattfindet, erklärt die Leiterin des Hauses Heike Haasch. Am 29. Januar konnten die angehenden Köche, die für gewöhnlich im Haupthaus der Berufsschule in Waren an der Müritz ausgebildet werden, aus der nächster Nähe und am praktischen Beispiel erleben, wie denn das Fleisch, das sie in Töpfe und Pfannen bringen, vor- und aufbereitet wird. Dafür waren extra Schweinekeulen und - hälften angeliefert worden. Und die Köche staunten nicht schlecht, wie aus so einem riesigen Stück Fleisch binnen weniger Minuten Schweinebraten, Schnitzel, Filetstücken und Hackfleisch zurecht geschnitten werden. Ausbilderin Manuela Blaschke war zufrieden mit ihren Lehrlingen. „Das haben sie sehr gut gemacht und ich denke, die Warener Köche haben eine ganze Menge an Wissen mitnehmen können für ihre Arbeit“, sagte sie. Der Austausch zwischen den Lehrlingen ist aber keine Einbahnstraße. Nur einen Tag später waren die Fleischer in der Lehrküche in Waren zu Gast und konnten bei einer praktischen Vorführung verfolgen, was die Köche denn so für Köstlichkeiten und Leckereien aus Fleisch zaubern.

Th. Koch

Artikel veröffentlicht am 14.02.2020 von Malchiner Generalanzeiger 3 / 2020